Im Herkunftsland Brasilien entwickelte sich Capoeira im Freiheitskampf der schwarzafrikanischen Sklaven während der Kolonialzeit. Da ihnen von ihren Gutsherren jegliche Art der körperlichen Ertüchtigung verboten war, um Aufstände zu vermeiden, tarnten sie ihr Kampftraining als Tanz, begleitet von traditionellen Rhythmen und Gesängen.
Nach der Befreiung aus der Sklaverei war Capoeira überall präsent auf Brasiliens Straßen. Anfangs noch verpönt, trat die besondere Mischung aus Kampf, Tanz, Gesang und Rhythmus Anfang der 80er Jahre ihren Siegeszug um die Welt an, gelangte auf diesem Umweg zurück nach Brasilien und wurde so zu guter Letzt auch dort in der Ober- und Mittelschicht salonfähig.
Inzwischen ist Capoeira, neben Fußball, der zweite Nationalsport Brasiliens und erhält als Trendsport auch in allen anderen Teilen der Welt weiterhin einen immer größeren Bekanntheitsgrad. 2015 wurde Capoeira zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Die „Associação de Capoeira Meia Lua Inteira“ wurde 1990 von Mestre Birilo und seinen Schülern, unter ihnen auch Mestre Mula, im brasilianischen Recife, Pernambuco, gegründet. Heute leiten beide gemeinsam nicht nur die „Academia“, einen Begegnungs- und Trainingsort für alle Capoeirista der Gruppe Meia Lua Inteira, sondern auch mehrere Sozialprojekte für Kinder aus den Favelas. Trotz ihres großen Engagements vor Ort, gelingt es ihnen fast jährlich auch längere Reisen nach Europa zu unternehmen, um den Kontakt zu den hier ansässigen Gruppen und Lehrern zu pflegen.

Nach Baden, genauer gesagt zunächst nach Kehl, kam Capoeira durch Carlinhos Tesourinha.
Er ist nicht nur ebenfalls Mitbegründer der „Associação de Capoeira Meia Lua Inteira“, einer der inzwischen größten und erfolgreichsten Capoeira-Gruppen weltweit, sondern auch als mehrmaliger Champion des Frevo-Tanzes, Gallionsfigur und Aushängeschild des weltgrößten Straßenkarnevals in Brasilien.
Neben dem klassischen Capoeiraunterricht sind vor allem traditionelle brasilianische Tänze seine Spezialität: allen voran „Frevo“, ein ausgelassener, energiesprühender Tanz, der von den Schritten der Capoeira abgeleitet wurde!
Wo Carlinhos tanzt oder Capoeira spielt ist Karneval!! Genau diesen Karneval, die Freude am Spiel und am gemeinsamen Zusammensein auf der Straße, hat er aus seiner Heimat vor über 17 Jahren mit nach Kehl gebracht und es hat nicht lange gedauert bis er die ersten Badener mit seiner Energie und Lebensfreude angesteckt und für Capoeira begeistert hatte.
Angefangen mit fünf Gründungsmitgliedern in Kehl hat sich die Gruppe inzwischen auf weit über 100 Mitglieder an den Standorten Offenburg, Karlsruhe, Ettlingen, Straßburg und eben auch Freiburg ausgeweitet.

Einer, der von Anfang an dabei war, ist Jens Ulbrich.
Als erster Schüler von Contramestre Tesourinha ist er heute nicht nur rechte Hand und zweiter Vorsitzender des 2003 gegründeten Vereins „Meia Lua Inteira Offenburg e.V.„, sondern leitet inzwischen selbst auch Gruppen und Projekte in Freiburg und Offenburg.

An allen Standorten von Meia Lua Inteira sind auch die Kleinsten in der Welt der Capoeira bestens aufgehoben und die Kindergruppen ein voller Erfolg.