
Capoeira Workshop 2025 Freiburg
Neue Stimmen, gewachsene Wege und ein Motiv, das Freiburg neu buchstabiert
Der Capoeira Workshop 2025 Freiburg war auf mehreren Ebenen ein besonderes Kapitel in unserer Workshop-Reihe.
Nicht nur wegen der Gäste, die dieses Wochenende geprägt haben. Nicht nur wegen der Inhalte, die vermittelt wurden. Sondern auch, weil 2025 ein Jahr war, in dem sich auf ganz neue Weise gezeigt hat, wie groß, wie tief und wie lebendig Capoeira sein kann – und wie viel es selbst nach vielen Jahren noch zu entdecken gibt.
Im Mittelpunkt stand erneut ein gemeinsames Wochenende voller Begegnung, Bewegung, Musik und Entwicklung. Für unsere Kinder und Jugendlichen war es ein Fest der Entwicklung. Für die Erwachsenen war es eine intensive Begegnung mit unterschiedlichen Wegen, Stilen und Erfahrungen. Und für alle zusammen war es ein Wochenende, das in Erinnerung bleibt.
Ein erstes Mal mit besonderer Bedeutung
Der Workshop 2025 war das erste Jahr, in dem – abgesehen von unserem eigenen Mestre Tesourinha – ausschließlich ein Mestre zu Gast war, der nicht aus Meia Lua Inteira stammt.
Das ist kein kleines Detail.
Es ist ein Zeichen dafür, wie offen, wie neugierig und wie lebendig unsere Workshop-Reihe geworden ist. Und es war zugleich ein Wochenende, das gezeigt hat, wie bereichernd es ist, wenn eine andere Perspektive, eine andere Geschichte und ein anderer Weg in den Raum kommen – und diesen Raum auf einmal ganz anders füllen.
Mestre Macaco – Staunen als Maßstab
Mestre Macaco folgte in gewisser Weise seinem Schüler Professor Camundongo, der bereits im vergangenen Jahr bei uns zu Gast war. Mestre Macaco ist einer der Gründer von Capoeira SSA in Brasilien, lebt und wirkt heute in Darmstadt – und verbindet eine lange, freundschaftliche Geschichte mit unserem Mestre Tesourinha.
Was er an diesem Wochenende mitgebracht hat, lässt sich kaum vollständig in Worte fassen.
In bemerkenswert kurzer Zeit gelang es ihm, eine enorme Bandbreite an Inhalten zu vermitteln – mit einer Tiefe, Klarheit und Erfahrung, die viele Teilnehmende sprachlos zurückließ. Das Gefühl, das dabei entstand, ist eigentlich ein altes Gefühl – und doch trifft es immer wieder neu: die Erkenntnis, dass man selbst nach vielen Jahren Capoeira immer wieder von vorn anzufangen scheint. Dass das Feld so groß ist, dass man kaum weiß, wo man steht. Staunen wäre vielleicht das einzige Wort, das es halbwegs umschreiben kann.
Besonders in Erinnerung geblieben ist sein Unterricht zu den Instrumenten der Capoeira – noch bevor es zum traditionellen Tanzunterricht mit Mestre Tesourinha überging. Was er dabei an Facetten, Zusammenhängen und Inhalten beleuchtet hat, hätte allein vermutlich mehr als ein ganzes weiteres Workshop-Wochenende füllen können.
Contra Mestre Ingo – Körper, Atem, Achtsamkeit und ein einzigartiger Weg
Mit Contra Mestre Ingo war ein weiterer besonderer Gast dabei – der zweite Gast überhaupt, der aus den eigenen europäischen Gruppen von Meia Lua Inteira gewachsen ist. Nach Contra Mestre Marathona im vergangenen Jahr stand nun ein weiterer Weg im Mittelpunkt, der zeigt, wie tief Capoeira Menschen prägen und formen kann.
Contra Mestre Ingo begann seine Capoeira-Laufbahn in Hamburg bei Mestre Paulo Siqueira aus Rio de Janeiro – einem der ersten Capoeiristas, die Anfang der 1980er Jahre Capoeira nach Europa brachten und dort bekannt machten, wirkend in der Escola de Capoeira Nzinga. Später führte ihn sein Weg zu Meia Lua Inteira und zu Mestre Joel, mit dem er Capoeira in Hamburg, Lüneburg und darüber hinaus weiter etablierte. Im Jahr 2025 erfolgte dort seine Formatura zum Mestre. Heute wirken beide in der Gruppe Ginga Bantos.
Was er an diesem Wochenende mitgebracht hat, war von einer ganz eigenen Qualität.
Seine Einheiten waren geprägt von einem sehr bewussten Zugang zu Bewegung: Mobilität, Flow, Atmung, Achtsamkeit – und Warm-up-Ansätze, die all das zusammenführen und die viele aus der Meia Lua Inteira-Familie schon kennen und schätzen. Doch auch wer diese Qualitäten bereits kannte, erlebte sie in Freiburg wieder als etwas Besonderes – als etwas, das unmittelbar wirkt und nachhallt.
Gerade im Training mit den Erwachsenen hinterließ er diesmal nicht nur im Warm-up bleibende Eindrücke – nicht nur durch Übungen und Inhalte, sondern durch die Art, wie er sie vermittelte. Mit einer charmanten nordischen Ruhe und dem Reichtum eines einzigartigen Werdegangs hat er in kurzer Zeit viel weitergegeben. Einiges davon bleibt als Visitenkarte haften – und wird in Freiburg noch lange nachwirken.
Ein starkes Trio bei Batizado und Troca de Corda
Der Höhepunkt des Workshop 2025 für unsere Kinder und Jugendlichen war – wie jedes Jahr – die Batizado und Troca de Corda.
Und auch hier zeigte sich, wie besonders dieses Jahr besetzt war.
Das Zusammenspiel von Mestre Tesourinha, Mestre Macaco und Contra Mestre Ingo verlieh diesem Ritual eine ganz eigene Kraft. Drei Menschen mit unterschiedlichen Wegen, unterschiedlichen Stilen und unterschiedlichen Geschichten – und doch ein gemeinsames Ziel: diesen Kindern und Jugendlichen einen Moment zu schenken, der bleibt.
Das ist ihnen gelungen.
Von Anfang bis Ende waren strahlende Gesichter zu sehen. Aufregung, Stolz, Freude, Bewegung – und Capoeira in seiner lebendigsten Form. Es wurde nicht nur gespielt. Es wurde verzaubert. Und es wurde sichtbar, wie sehr eine Batizado berühren, motivieren und verbinden kann.
Das logische Ergebnis eines Wochenendes, das mit großer Qualität, großer Aufmerksamkeit und viel Herz gestaltet wurde.
Langjährige Gäste – verlässlich und bereichernd
Dass Graduada Ursa und Graduado Beriba von Capoeira Arandu Lübeck – ehemals Meia Lua Inteira Lübeck – auch in diesem Jahr wieder dabei waren, hat das Wochenende auf gewohnt herzliche und bereichernde Weise abgerundet. Ihre Anwesenheit ist längst mehr als ein Gastbesuch – sie sind ein vertrauter und geschätzter Teil dieser Workshop-Geschichte.
Gäste beim Capoeira Workshop 2025 Freiburg
- Mestre Macaco (Capoeira SSA Darmstadt)
- Mestre Tesourinha (Meia Lua Inteira Baden)
- Contra Mestre Ingo (Ginga Bantos)
- Professor Dobradiça (Meia Lua Inteira Baden)
- Professor Parafina (Meia Lua Inteira Baden)
- Graduada Ursa und Graduado Beriba (Capoeira Arandu Lübeck)
- und weitere
Das Motiv 2025 – Freiburg, neu buchstabiert
Auch das Motiv des Workshop 2025 war in diesem Jahr etwas Besonderes.
Unser bisheriges Logo wurde einer kleinen Auffrischungskur unterzogen – vertraute Elemente wurden bewahrt, neue hinzugefügt, und wieder wurden versteckte Details eingebaut, die beim ersten Hinschauen nicht alle sofort sichtbar sind.
Der grüne Schriftzug „Capoeira“ blieb dabei als klares Erkennungsmerkmal erhalten.
Darunter befindet sich eine Silhouette der Freiburger Stadtlandschaft mit einigen der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – darunter:
- die Wiwili-Brücke
- die Herz-Jesu-Kirche
- der Schlossbergturm
- das Münster
- das Schwabentor
Darunter folgt der kreativste Teil des Motivs: Der Schriftzug „FREIBURG“ – buchstabiert aus Capoeira-Figuren und Instrumenten.
Dabei steht:
- ein Martelo(Kraftvoller Sidekick) für das F
- eine Esquiva lateral(seitliche Ausweichbewegung) für das R
- eine Tesoura für E und I – wobei eine Figur die Tesoura ausführt und eine andere damit geworfen wird
- ein natur Agogô für das B
- eine Atabaque für das U
- ein Berimbau-Spieler für das zweite R
- eine Figur auf dem Weg in eine Ponte(Brücke) mit Cordel für das G
So entsteht ein Bild, das Freiburg und Capoeira auf sehr direkte Weise miteinander verbindet – nicht als bloße Kombination zweier Welten, sondern als echte Einheit. Wer genau hinschaut, entdeckt immer mehr. Und wer die Bewegungen kennt, liest den Schriftzug mit einem Lächeln.
Identität, Kreativität, Bewegung, Musik – und Verbundenheit mit unserer Stadt. Das alles steckt in diesem Motiv.
Ein Workshop, der Capoeira in Freiburg neu erlebbar gemacht hat
Der Capoeira Workshop 2025 Freiburg war ein Wochenende, das vieles zusammengebracht hat.
Neue Perspektiven und gewachsene Wege. Große Erfahrung und intensive Inhalte. Staunen und Freude. Starke Begegnungen und strahlende Gesichter.
Für unsere Kinder und Jugendlichen war es ein Fest der Entwicklung. Für die Erwachsenen ein Wochenende voller Inspiration. Und für uns als Gruppe ein weiterer bedeutender Schritt in einer Reihe, die sich Jahr für Jahr weiterentwickelt – und dabei ihren Kern bewahrt.
Der Workshop 2025 hat gezeigt, wie kraftvoll es sein kann, wenn unterschiedliche Biografien, Unterrichtsstile und Capoeira-Wege an einem Ort zusammenkommen. Wenn jemand mit einer neuen Stimme in den Raum kommt – und dieser Raum dadurch größer wird.
Axé.
Wer die Entwicklung weiterverfolgen möchte, findet alle bisherigen Workshop-Jahre und ihre jeweiligen Motive im Karussell am Seitenende.
Wer unsere Trainingsarbeit näher kennenlernen möchte, findet weitere Informationen auf der Seite „Über uns“ oder kann direkt Kontakt mit uns aufnehmen.
Häufige Fragen zum Capoeira Workshop 2025 Freiburg
Was war das Besondere am Workshop 2025?
Der Workshop 2025 war das erste Jahr, in dem – neben Mestre Tesourinha – ausschließlich ein Mestre zu Gast war, der nicht aus Meia Lua Inteira stammt: Mestre Macaco von Capoeira SSA Darmstadt. Hinzu kam Contra Mestre Ingo, der 2025 Formatura zum Mestre erhalten hat und als zweiter aus den europäischen Gruppen von Meia Lua Inteira gewachsener Gast in Freiburg war.
Wer ist Mestre Macaco?
Mestre Macaco ist einer der Gründer von Capoeira SSA in Brasilien und lebt und wirkt heute in Darmstadt. Er verbindet eine lange freundschaftliche Geschichte mit Mestre Tesourinha. Sein Schüler Professor Camundongo war bereits im Jahr 2024 beim Workshop in Freiburg zu Gast.
Wer ist Contra Mestre Ingo?
Contra Mestre Ingo begann Capoeira in Hamburg bei Mestre Paulo Siqueira, einem der ersten, die Capoeira in den frühen 1980er Jahren nach Europa brachten. Später wechselte er zu Meia Lua Inteira und zu Mestre Joel, mit dem er Capoeira in Hamburg weiter etablierte. Im Jahr 2025 erhielt er in Hamburg seine Formatura zum Mestre. Heute wirken beide in der Gruppe Ginga Bantos.
Was bedeutet Batizado und Troca de Corda?
Batizado bedeutet wörtlich „Taufe“ und bezeichnet die Zeremonie, bei der neue Schülerinnen und Schüler offiziell in die Welt der Capoeira aufgenommen werden und ihre erste Cordel erhalten. Die Troca de Corda – wörtlich „Cordawechsel“ – ist der Moment, in dem fortgeschrittenere Schülerinnen und Schüler eine neue Kordel erhalten, die ihren Fortschritt sichtbar macht.
Was ist eine Formatura?
Eine Formatura ist die offizielle Zeremonie, bei der ein Capoeirista einen bedeutenden Graduierungsschritt vollzieht – zum Beispiel die Verleihung des Mestre-Titels. Sie ist ein wichtiger Moment für die Person selbst und die gesamte Gemeinschaft.
Was steckt im Motiv 2025?
Der Schriftzug „FREIBURG“ ist vollständig aus Capoeira-Figuren und Instrumenten zusammengesetzt: ein Martelo als F, eine Esquiva lateral als R, eine Tesoura als E und I, ein Agogô als B, eine Atabaque als U, ein Berimbau-Spieler als R und eine Figur auf dem Weg in eine Ponte mit Cordel als G. Darüber liegt eine Silhouette der Freiburger Stadtlandschaft mit Münster, Schwabentor, Schlossbergturm und weiteren Wahrzeichen.
Impressionen vom Capoeira Workshop 2025 in Freiburg
mit Batizado & Troca de Corda


















