Capoeira Workshop Freiburg 2026

Capoeira Workshop 2026 Freiburg

Worte, Bewegung & Verbindung

Manche Wochenenden lassen sich im Nachhinein kaum vollständig beschreiben. Nicht weil zu wenig passiert wäre – sondern weil zu viel davon in einer Sprache stattfindet, die sich nicht aufschreiben lässt.

Der Capoeira Workshop 2026 Freiburg war ein solches Wochenende.

Gleicher Ort. Gleiche Strukturen. Und doch hatte dieses Jahr von Beginn an eine Dichte, eine Qualität und eine Energie, die sich von allem unterschied, was wir bisher erlebt hatten. Das lag an den Menschen, die hier zusammenkamen. An der Geschichte, die viele von ihnen mitbrachten. Und an dem, was entsteht, wenn Capoeira auf eine Gemeinschaft trifft, die über viele Jahre gewachsen ist.

Eine neue Tradition beginnt – die Eröffnungsroda am Freitagabend

Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Workshops starteten wir bereits am Freitagabend offiziell in das Capoeira Workshop 2026 Wochenende – mit einer gemeinsamen Eröffnungsroda für alle Jugendlichen und Erwachsenen, die bis dahin angereist waren.

Was sich zunächst wie eine organisatorische Neuerung liest, war in Wirklichkeit weit mehr. Es war der richtige Auftakt für genau dieses Wochenende. Kein langes Ankommen, kein vorsichtiges Abtasten – sondern direkt gemeinsam in die Roda. Direkt Capoeira.

Wer dabei war, weiß, was das bedeutet. Und wir sind sicher, dass dieser Freitagabend kein letztes Mal war.

Mestre Tesourinha – eine Präsenz, die für sich spricht

Natürlich war auch Mestre Tesourinha wieder ein zentraler Teil dieses Wochenendes. Sein Weg in der Capoeira – und weit darüber hinaus als Mestre im Frevo, geprägt durch den brasilianischen Karneval, durch Jahrzehnte gelebter Capoeira und durch eine musikalische und kulturelle Tiefe, die seinesgleichen sucht – ist auch nach vielen gemeinsamen Jahren immer wieder neu spürbar. In der Art, wie er lehrt. Wie er die Roda liest. Und wie er Menschen zusammenbringt, ohne dafür viele Worte zu brauchen. Viele der Werte, Begegnungen und Verbindungen, die dieses Wochenende geprägt haben, wären ohne seinen jahrzehntelangen Einfluss auf unsere Gruppe überhaupt nicht denkbar.

Mestre Chão – ein Gast, der bleibt

Der herausragende Gast des Workshop 2026 war Mestre Chão von der Gruppe Senzala Lyon.

Ursprünglich aus Rio de Janeiro, verbindet ihn seit vielen Jahren eine enge und tiefe Beziehung zu unserer Gruppe und zu Meia Lua Inteira. Was er in diesem Jahr nach Freiburg mitgebracht hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Und das ist keine Floskel. Es ist ein ehrlicher Versuch einer Einschätzung nach nicht gerade wenigen Jahren in der Capoeira, mit allem, was wir in dieser Zeit an unterschiedlichen Orten, bei unterschiedlichen Menschen erleben und lernen durften.

Seine Unterrichte und Rodas hatten eine Qualität, die ihresgleichen sucht. Technische Tiefe und strukturelle Klarheit auf der einen Seite – und auf der anderen eine Wärme und Offenheit, eine Art, Menschen zu begegnen und Capoeira zu vermitteln, die etwas in einem hinterlässt, das sich nicht so schnell auflöst. Er brachte genau den Geist mit, den wir selbst versuchen weiterzugeben und den wir von unserem eigenen Mestre lernen durften – und verkörperte ihn auf seine ganz eigene Art nochmals neu.

Eine außerordentliche Persönlichkeit. In jeder Hinsicht.

Professor Levi – Meia Lua Inteira, von Brasilien nach Wien nach Freiburg

Manchmal schließen sich Kreise auf eine Weise, die man im Moment selbst kaum bemerkt – und die einem erst im Nachhinein vollständig bewusst wird.

Professor Levi begann seine Capoeira bei Meia Lua Inteira in Brasilien – dort, wo auch unsere eigene Geschichte ihren Ursprung hat. Damals begegneten wir uns zum ersten Mal, noch in den ganz frühen Jahren. Wie das Leben so spielt, führte sein Weg ihn von Brasilien nach Wien, wo er heute lebt, trainiert und unterrichtet.

Über die Jahre haben wir uns immer wieder getroffen – in Wien, auf gemeinsamen Workshops und an vielen anderen Orten. Eine Verbindung, die über die Zeit gewachsen ist, ohne dass man groß darüber reden musste.

Umso schöner war es, ihn nun als ersten Professor von Meia Lua Inteira aus dem europäischen Raum als unterrichtenden Gast in Freiburg begrüßen zu dürfen. Seine Trainings mit den Jugendlichen und Erwachsenen trugen unverkennbar die Handschrift seines Weges – von den Wurzeln in Brasilien bis hin zu allem, was in Wien und auf gemeinsamen Workshops über die Jahre gewachsen ist. Klar in der Struktur, tief in der Wurzel und mit einer charmanten, ruhigen aber trotzdem frechen, mitreißenden und sehr spielerischen Art vermittelt – fast schon Wiener Schmäh, aber eben doch mit brasilianischem Temperament.

Ein längst überfälliges Wiedersehen in Freiburg – wir freuen uns sehr darauf, ihn bald wieder hier begrüßen zu dürfen.

Professora India & Instrutor Nadal – Lausanne in Freiburg

Ein ganz besonderes Wiedersehen war in diesem Jahr die Rückkehr von Instrutor Nadal nach Freiburg.

Nadal kommt ursprünglich aus der Schweiz und trainiert bei Mestre Paulão in der L’Association Capoeira Lausanne. Vor einigen Jahren verbrachte er sein Auslandssemester in Deutschland – und trainierte in dieser Zeit regelmäßig bei uns. Schon damals entstand eine Verbindung, die sich schwer beschreiben, aber sehr deutlich spüren ließ. Er sagte damals oft, dass er nach kurzer Zeit gar nicht mehr lange suchen musste – er wusste sofort, dass er seinen Aufenthalt bei uns verbringen wollte. Es habe sich angefühlt wie zu Hause.

Als wir ihn das erste Mal in Lausanne besuchten, wussten wir genau, was er damit gemeint hatte.

Inzwischen ist aus dieser Verbindung über die Jahre eine außerordentlich herzliche Freundschaft geworden. Für viele aus unserer Gruppe, die ihn damals noch selbst kennengelernt haben, war es deshalb etwas ganz Besonderes, ihn nun wieder in Freiburg willkommen heißen zu dürfen.

Im Juni 2026 hat Nadal seine Formatura zum Professor erhalten. Wir freuen uns sehr für ihn – und darüber, diesen Schritt mit ihm schon von hier aus ein Stück weit mitgegangen zu sein.

Über Nadal entstand auch der Kontakt zu Professora India, ebenfalls aus Lausanne und ebenfalls Schülerin von Mestre Paulão. Sie hat ebenfalls im Juni 2026 ihre Formatura zur Contramestra erhalten – auch ein überaus bedeutender Schritt, den wir seit unseren Besuchen in Lausanne schon länger haben wachsen sehen. Umso mehr hat es uns persönlich gefreut, sie nun endlich auch hier in Freiburg begrüßen zu dürfen.

Ihre Trainingseinheit mit den Kindern war von einer Qualität und Herzlichkeit, die noch wochenlang nachgewirkt hat. Spiele, Musik, Instrumente, gemeinsames Singen – von der ersten Minute an hatte sie eine Verbindung zu den Kindern, die sich nicht erzwingen lässt. Die Kinder brachten es auf den Punkt: „richtig gut.“

Professor Manu & Professora Ulli – Hamburg grüßt Freiburg

Professor Manu aus Hamburg ist seit einigen Jahren ein vertrautes Gesicht bei unserem Workshop – und entwickelt sich mit jedem Jahr mehr zu einem echten Freiburg-Stammgast. Kennengelernt haben wir uns bereits 2008 bei der ersten Brasilienreise, und seitdem haben wir uns kein Jahr aus den Augen verloren – hauptsächlich beim Workshop in Hamburg, aber auch bei vielen anderen Gelegenheiten. Dass er sich nun langsam auch in Freiburg eine Routine aufbaut, freut uns sehr.

Auch Professora Ulli, ebenfalls aus Hamburg und Schülerin von Mestre Joel bei Ginga Bantos, folgte in diesem Jahr unserem Ruf nach Freiburg. Wer sie kennt – etwa vom Hamburger Workshop oder anderen Events –, weiß, was sie mitbringt: eine ansteckende Energie, echte Freude an der Capoeira und eine Art, die einen Raum sofort verändert. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen nicht nur am Workshop 2026.

Graduada Ursa & Graduado Beriba – unsere VIP-Dauergäste aus Lübeck

Graduada Ursa und Graduado Beriba von Capoeira Arandu Lübeck sind inzwischen weit mehr als Gäste. Sie sind ein fester, herzlich willkommener Teil unseres Workshops – und das fühlt sich seit Jahren genau so an. Ihr Beitrag zum Gelingen dieses Wochenendes lässt sich nicht in einer Aufgabe messen. Es ist ihre Anwesenheit, ihre Verlässlichkeit und die Verbindung, die über viele Jahre gewachsen ist.

Professor Parafina – diesmal nicht in der Roda, aber trotzdem dabei

Nicht unerwähnt bleiben darf auch Professor Parafina – langjähriger Wegbegleiter, guter Freund und für viele von uns inzwischen so etwas wie ein fester Teil unserer erweiterten Capoeira-Familie.

Durch seinen Umzug nach Polen war es ihm in diesem Jahr zum ersten Mal nicht möglich, persönlich beim Workshop dabei zu sein. Er hat wirklich alles versucht – und es hat ihn einiges gekostet, es am Ende doch nicht geschafft zu haben.

Und dennoch: Wer über so viele Jahre Teil einer Gemeinschaft geworden ist, bleibt auch dann präsent, wenn er gerade nicht in der Roda steht. Das ist schwer zu erklären – aber alle, die ihn kennen, werden verstehen, was damit gemeint ist.

Wir freuen uns sehr darauf, ihn nächstes Jahr wieder in Freiburg willkommen zu heißen.

Askan – der Anfang von allem

Manchmal ist es wichtig, innezuhalten und an die Menschen zu erinnern, die am Anfang standen.

Askan begann als Kind über eines unserer damaligen Capoeira-Projekte mit dem Training – und wollte danach einfach nicht aufhören. Das Problem: Eine Kindergruppe gab es zu diesem Zeitpunkt bei uns noch nicht. Seine Lösung war denkbar einfach und bemerkenswert zugleich: Er trainierte mit den Erwachsenen. Mit zehn Jahren. Und er zog das so lange durch, bis aus genau diesem Wunsch heraus schließlich unsere erste Kindergruppe entstand.

Rückblickend war das der Grundstein für alles, was danach gewachsen ist.

Vor vier Jahren hat Askan seine aktive Capoeira-Zeit offiziell beendet. Ausbildung, seine Arbeit als Karatelehrer, laufende Prüfungen, ein Japanaufenthalt – sein Terminkalender ließ irgendwann schlicht keinen Raum mehr. Vielleicht auch nur vorübergehend.

Was geblieben ist: Er trainiert mit uns, wann immer es geht. Er begleitet unsere Workshops als Teilnehmer. Und er ist für viele unserer Kinder längst weit mehr als ein ehemaliger Schüler – eher so etwas wie ein großer Bruder.

Danke, Askan.

Batizado & Troca de Corda 2026 – und ein neues Kapitel

Der emotionale Höhepunkt des Capoeira Workshop 2026 Freiburg war – wie jedes Jahr – Batizado und Troca de Corda unserer Kinder und Jugendlichen.

In diesem Jahr trug dieser Moment jedoch noch eine zusätzliche Bedeutung: Zum ersten Mal wurde das neue Corda-System aus Brasilien bei unseren Kindern und Jugendlichen eingeführt. Die Farben der Kordeln haben sich damit verändert – und neue Stufen sind hinzugekommen. Ein Schritt, der für viele zunächst ungewohnt war, aber gleichzeitig zeigt, wie lebendig Capoeira als Kulturpraxis ist: Sie entwickelt sich weiter, auch in ihrer Struktur und Symbolik.

Für die Kinder war es ein Fest der Entwicklung – strahlende Gesichter, Aufregung, Stolz, echte Gemeinschaft. Momente, die nachwirken. Nicht nur auf der Trainingsfläche.

Besonders gefreut hat uns, dass die Batizado in diesem Jahr sogar Erwähnung in einem Interview der Zisch-Schülerzeitung fand. Das vollständige Interview könnt ihr hier nachlesen.

Das Motiv des Capoeira Workshop 2026 – wenn Worte zur Bewegung werden

Das diesjährige Motiv hätte passender kaum sein können.

Unter dem Logo von Capoeira Freiburg entsteht aus einer Vielzahl einzelner Begriffe die Silhouette zweier Capoeiristas. Einer macht eine ausweichende Finta, der andere eine angreifende Cabeçada. Was sie umgibt – und woraus sie bestehen – sind Worte.

Portugiesisch und Deutsch. Regional und international. Musik, Bewegung, Kultur, Geschichte. Freiburg und Brasilien in einem Bild.

Die Worte umgeben die Figuren nicht nur. Sie bilden sie. Schneiden sie. Unterbrechen sie. Manche lassen sich erst auf den zweiten Blick vollständig lesen – weil die Bewegung sie durchkreuzt. Genau wie Capoeira selbst.

Zu lesen sind unter anderem:

LIBERDADE · GEMEINSCHAFT · ALEGRIA · FAMÍLIA · RESPEKT · MOVIMENTO · AXÉ · MUSIK · BEGEGNUNG · VIELFALT · BALANCE · WURZELN · FREIHEIT · RHYTHMUS · GINGA · OFFENHEIT · COMUNIDADE · FORÇA · DANÇA · SPIEL · LEICHTIGKEIT · ACHTSAMKEIT · MUT · WACHSTUM · RAUM · ERFAHRUNG · BEM VINDO · WILLKOMMEN · MITEINANDER · TANZ · RODA · BERIMBAU · PANDEIRO · ATABAQUE · HISTÓRIA · CULTURA · STÄRKE · KRAFT · SPASS · FREUDE · BEGEISTERUNG

Dazwischen, ganz selbstverständlich, die Orte, die uns hier zuhause sind:

SCHAUINSLAND · SCHWABENTOR · MÜNSTER · BÄCHLE · SCHWARZWALD

Betrachtet man den Capoeira Workshop 2026 in Freiburg, dann findet sich nahezu jedes dieser Worte auch in den Begegnungen und Geschichten dieses Workshops wieder.

Einige dieser Begriffe – die, die für uns den Kern ausmachen – sind in jenem Grün hervorgehoben, das von Anfang an Teil unseres Logos ist. Eine Farbe, die inzwischen für viele unmittelbar mit Capoeira Freiburg verbunden ist und die in diesem Motiv auf eine neue Weise zum Ausdruck bringt, wer wir sind.

Schöner lässt sich das kaum darstellen.

Danke

Der Capoeira Workshop 2026 Freiburg entstand nicht von allein.

Er entsteht, jedes Jahr wieder, durch Menschen. Durch jede einzelne Person, die anreist, hilft, musiziert, organisiert, kocht, aufbaut, begleitet oder einfach da ist. Durch alle, die diesen Rahmen Jahr für Jahr mit Leben füllen.

Danke an alle Gäste. An alle Helfer*innen. An alle Familien. An alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. An alle, die Teil dieser Gemeinschaft sind – ob zum ersten Mal oder schon seit Jahren.

Ihr alle habt dazu beigetragen, dass der Capoeira Workshop 2026 Freiburg erneut zu einem ganz besonderen Wochenende geworden ist.

Axé.

Gäste beim Capoeira Workshop 2026 Freiburg

Häufige Fragen zum Capoeira Workshop 2026 Freiburg

Was war das Besondere am Capoeira Workshop 2026?

Zum ersten Mal begann der Workshop 2026 bereits offiziell am Freitagabend mit einer gemeinsamen Eröffnungsroda. Außerdem wurde bei den Kindern und Jugendlichen erstmals das neue Kordelsystem aus Brasilien eingeführt, das neue Farben und zusätzliche Stufen mit sich brachte.

Wer ist Mestre Chão?

Mestre Chão kommt ursprünglich aus Rio de Janeiro und leitet heute die Gruppe Senzala Lyon. Er verbindet eine lange und enge Beziehung zu unserer Gruppe und zu Meia Lua Inteira und war zum Workshop 2026 erstmals als Gast in Freiburg.

Was ist eine Formatura?

Eine Formatura ist die offizielle Zeremonie, bei der ein Capoeirista einen bedeutenden Graduierungsschritt vollzieht. 2026 erhielten sowohl Instrutor Nadal als auch Professora India ihre Formatura.

Wer die Entwicklung weiterverfolgen möchte, findet im nächsten Schritt den Capoeira Workshop 2027 Freiburg sowie alle weiteren Jahre und ihre jeweiligen Motive im Karussell am Seitenende.

← Workshop 2027

Workshop 2025 →

Wer unsere Trainingsarbeit näher kennenlernen möchte, findet weitere Informationen auf der Seite „Über uns“ oder kann direkt Kontakt mit uns aufnehmen.

Impressionen vom Capoeira Workshop 2026

mit Batizado & Troca de Corda